Jäger mal anders

Leider hört man in Cacherkreisen im Bezug auf Jäger selten Gutes. Heute flatterte bei mir aber eine ganz andere Mail ein.

Lieber prince of twilight,

wir haben am Feiertag deinen beiden hübschen Cashes einen Besuch abgestattet. Wie gesagt, die beiden sind ja sehr nett, aber da wir beide auch Jäger sind haben wir nicht nur ein geübtes Auge für die Tiere sondern sind auch gezwungen, zu schauen, daß unseren zweibeinigen Zeitgenossen nichts zustößt.
Mein Frau bejagd das Gebiet im Stadtwald Schlettau mit. Vielleicht kannst du in der Beschreibung zu deine beiden Cashes noch darauf hinweisen, daß hier Gefahr lauert. Zur Erklärung steht auch etwas im Log, speziell beim Eichhörnchen, da wir dort eine noch größere Gefahr als beim Specht sehen.

Ansonsten Dank für deine Mühe bei diesen schöne Cashes,

Mit besten Grüßen aus Crottendorf

Hierzu noch der Logauszug:

… Tags zuvor haben wir uns zusehr vom GPS veralbern lassen. Dabei stand ich auf einmal unmittelbar vor einer Kanzel. Meine Frau meinte sie habe daselbst schon des Öfteren gesessen, es wäre ihr aber noch niemand vor die Flinte gelaufen. Mal vom Ärger des Jägers oder der Jägerin abgesehen, ist das gefährlich !
Ich rate dringend, in der Dämmerung oder Nacht diese Location zu meiden. In der Regel sitzen dort sehr besonnene Jäger an, aber es kann bei einem Schuß auch zu Abprallern und Querschlägern von ganzen Geschossen oder auch nur Geschoßteilen kommen. Auch wenn jemand “nur” von einem abgeprallten Geschoßteil getroffen wird ist dies tödlich.

Aufgrund dieses Hinweises habe ich natürlich mein Listing angepasst.
Vielen Dank an die beiden für das Verständnis und für den Hinweis. Es wäre schön wenn man überall in Deutschland so miteinander kommunizieren würde.

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6 Antworten auf Jäger mal anders

  1. Ich finde es auch toll, dass es auch vernünftige Kommunikation zwischen verschiedenen Gruppen gibt :) Schön zu hören!
    Allerdings ist man mit Stirnlampe auch bei NCs auf der sicheren Seite. Hatte kürzlich mit einem Jäger gesprochen, der mir empfahl, einfach immer eine eingeschaltete Stirnlampe auf dem Kopf zu tragen, da ein leuchtendes Reh selbst dem unaufmerksamsten Jäger seltsam vorkommen sollte ;)
    Viele Grüße!

  2. -jha- sagt:

    Netter Versuch diese Mails.
    Ändert aber nichts daran, dass da steht: “Liebe Geocacher, wir schiessen im Wald und können nicht dafür garantierten, was wir da tun. Wir sind uns zwar selbst des Risikos bewusst, aber wir können es nicht besser.
    Bitte meidet den Wald, wenn Ihr Euch nicht dem Risiko aussetzen wollt, von uns zufällig erschossen zu werden.”

  3. Neheimer sagt:

    Immerhin haben diese Jäger den Dialog gesucht, was schön sehr löblich ist.
    Das Problem sidn wie immer die Aussagen, das auch ein Querschläger oder Abpraller tödlich sein kann. Jäger dürften erst gar nicht schießen wenn sie sich nicht 100 % sicher sind das nichst passiert. Ansonsten wäre nicht nur der Jäger selbst gefährdet sondern auch Autofahrer auf Staßen im Wald. Hier stehen Hochsitzte oft nur 10 m neben einer Straße.

  4. ichbins sagt:

    “Bitte meidet den Wald, wenn Ihr Euch nicht dem Risiko aussetzen wollt, von uns zufällig erschossen zu werden.”

    So ist das nunmal, im Wald kann man sterben…an Wildschweinen, umkippenden Bäumen oder eben Schüssen…oder an giftigen Pilzen…und jetzt besorg mal einer ne thematisch passende Statistik.

    cu

    ichbins

  5. -jha- sagt:

    Die meisten Menschen, die von Jäger erschossen werden, sind deren eigene Ehefrauen/Exfrauen, dicht gefolgt von Landwirten und anderen Traktorfahrern.

    Zumindest finde ich in der Aufstellung auf
    http://www.abschaffung-der-jagd.de/opfer/menschenalsjaegeropfer/jagdunfaelleundstraftaten2011/index.html
    keine Geocacher.

    Ob die Jäger das mit ihrem eigenen Gewissen vereinbaren können, dass sie ein Hobby ausüben, bei dem regelmäßig fremde Menschen lebensgefährlich verletzt werden, das müssen sie selbst mit sich vereinbaren.

    Aber die Entscheidung, dieses Risiko bewusst einzugehen dann als “Dialog” den Geocachern verkaufen zu wollen, das finde ich ziemlich dreist:
    “Wir wissen, dass unser Sport für Unbeteiligte lebensgefährlich sein kann. Sagt hinterher nicht, wir hätten Euch nicht gewarnt, wenn Ihr hier herumlauft. Irh seid dann selbst Schuld.”

  6. Marschkompasszahl sagt:

    Der älteste Witz zu diesem Thema:
    “Treffen sich zwei Jäger…”
    Kommt tatsächlich immer wieder mal vor, insbes. bei Treib- und Drückjagden.

    Aber ich habe auch noch nicht davon gehört, dass Jogger, NordicWalker, Mountainbiker oder Geocacher durch Jagdmunition ihr Ende fanden…

    Ich denke, da wird oftmals das gängige Vorurteil vom fast blinden, aber schießwütigen Jäger-Opa hochgehalten, bzw. dieses Bild auch von einigen Grünröcken gerne zur Einschüchterung genutzt.
    Dabei sollte allen klar sein, dass ein Jäger nur dann schießen darf, wenn er das Ziel genau “ansprechen”, also klar erkennen kann. Nur draufzuhalten, weil sich was im Gebüsch bewegt, geht also nicht.

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